aspekte | Immer mehr Superreiche. Ist das ein Problem?
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Die Reichen werden immer reicher: 2025 gab es in Deutschland rund 5000 Superreiche, das sind 1100 mehr als im Vorjahr. Welche Folgen das für unsere Gesellschaft hat, fragt "aspekte".
Salwa Houmsi trifft Kulturschaffende, Intellektuelle und Vermögende und fragt, ob die Ungleichheit ein Problem für die Demokratie ist. Brauchen wir eine neue Erbschafts- und Vermögenssteuer? Oder profitiert die Allgemeinheit von den Superreichen?
Wie es ist, reich zu sein, das erkundet Salwa Houmsi in Koblenz bei den Baulig-Brüdern. Die durchaus umstrittenen Online-Coaches haben mit ihrem Businessmodell ein Vermögen erworben und provozieren mit teuren Uhren und schnellen Autos. Warum ist ihnen die offensive Zurschaustellung von Luxus so wichtig?
Doch wie kommt es überhaupt dazu, dass die Reichen immer reicher werden? Eine wichtige Ursache: Aktien-, Immobilien- und Firmenwerte sind stark gestiegen. Und auch Steuerprivilegien für Erben von großen Betriebsvermögen sorgen dafür, dass die Zahl der Superreichen wächst. Wie einige Reiche sogar vor einem Griff in die Staatskasse nicht zurückschrecken, das beschreibt der preisgekrönte Krimiautor Oliver Bottini in seinem Roman "Die Summe aller Dinge". Sein Thema: der Cum-Ex-Skandal und das System der Finanzkriminalität.
Darüber spricht Salwa Houmsi auch mit der berühmt gewordenen ehemaligen Oberstaatsanwältin und Cum-Ex-Jägerin Anne Brorhilker.
Die derzeit radikalste Kritik an der Anhäufung von Reichtum kommt von der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, deren mit Spannung erwartetes neues Stück "Unter Tieren" bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt wurde. In ihren Augen ist der Finanzkapitalismus eine "Luftnummer", bei dem Geld geliehen wird und durch diesen Akt erst entsteht.
Ein System, das viele Verlierer produzieren kann, wie der Fall des bankrotten Immobilieninvestors René Benko und seine geprellten Gläubiger beweist.
Dass 75 Prozent der deutschen Milliardäre ihr Vermögen nicht verdient, sondern geerbt haben, findet der Millionenerbe Kai Viehof ungerecht. Er erklärt Salwa Houmsi, warum er sein Erbe spenden möchte.
"Wir leben längst nicht mehr in einer Leistungs- sondern in einer Erbengesellschaft", meint auch die Politikwissenschaftlerin Martyna Linartas. Sie beschreibt die Folgen wachsender Ungleichheit für Demokratie und Gesellschaft und macht Vorschläge für eine Reform: Ein wenig Abhilfe schaffen könnte zum Beispiel eine gerechtere Erbschaftssteuer sowie eine Vermögenssteuer für Leute, die über 100 Millionen Euro besitzen.
Dass Reichtum nicht zwingend glücklich macht, dies erfährt man im neuen Roman des Schriftstellers Philipp Oehmke. "Papenburg" entfaltet das Psychogramm eines Tech-Milliardärs, der sich auf Sinnsuche begibt; und auch für seine irrlichternde Tochter bringt das Geld des Trustfonds keine Erfüllung.
Zum Schluss richtet die Sendung den Blick auf Tech-Milliardäre wie Elon Musk. Wie groß ist ihre politische Macht? Ist in den USA eine neue Oligarchie entstanden, die politische Regeln nach eigenen Interessen umformt? Darüber spricht "aspekte" mit Marc-Uwe Kling und dem amerikanischen Regisseur Alex Gibney, der bei den Filmfestspielen in Venedig seine Dokumentation über Elon Musk vorstellt.